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Mit Camper und Elektro-Rollstuhl MovingStar nach Kroatien

10. September 2025
Geschrieben von:
Fabian Kösters
EIne Frau sitzt in einem Elektro-Rollstuhl an einer Strandpromenade, Abendstimmung, im Hintergrund das Mittelmeer an der kroatischen Adria

Das Wichtigste in Kürze

Flexibilität durch den Camper – Die Reise mit gemietetem Camper bot große Freiheit: Etappenreisen, spontane Stopps und Treffen mit dem Sohn an verschiedenen Orten.
Barrierefreiheit vor Ort – Auf dem Campingplatz und in der Umgebung gab es rollstuhlgerechte Wege, Duschen, WCs und sogar einen Badelift.
Persönliches Fazit – Trotz Herausforderungen wie Hitze und dem Uhthoff-Phänomen war die Reise ein positives Erlebnis: entspanntes, entschleunigtes Reisen und viele schöne Eindrücke.

Auch wenn barrierefreies Reisen in Europa einfacher wird, erfordert es doch einiges an Recherchearbeit bei der Suche passender Unterkünfte. Mangels barrierefreier Unterkünfte haben wir uns für unsere Reise nach Kroatien deshalb entschlossen, einen Camper zu mieten. Vorab wollten wir ein paar Infos zu den möglichen Campingplätzen einholen. Es ist empfehlenswert, sich eher an größeren Plätzen zu orientieren. Die bieten häufiger eine passende Ausstattung. Auf den Webseiten der Campingplätze gibt es Informationen, man kann aber auch direkt dort anrufen.

Über unsere Autorin

Franziska Wetzel ist mit Ihrem Mann und dem MovingStar 2000 nach Kroatien gereist, um den Sommer am Mittelmeer zu genießen und eine schöne Zeit zu verbringen. Dies ist ihr Reise- und Erfahrungsbericht zum Urlaub mit Elektro-Rollstuhl und Camper.

Mit dem Camper waren wir größtmöglich flexibel, konnten die Hinreise in mehreren Etappen aufteilen und uns vor Ort spontan umentscheiden. Wir wollten uns am Mittelmeer auch mit unserem Sohn Theo treffen, der dort auf einem Segelboot unterwegs war. So konnten wir dorthin fahren, wo er mit seinem Boot gerade festgemacht hatte.

Was ich richtig schön fand, war die Spontanität und das Gefühl, überall einfach anhalten und eine Pause einlegen zu können. Unsere erste Nacht haben wir auf einer Wiese bei einem Bauernhof in der Nähe von Rosenheim verbracht – beim Frühstück hatten wir einen tollen Blick auf die Berge.

Den zweiten Zwischenstopp haben wir in den slowenischen Alpen gemacht, auf einer Wiese direkt an einem rauschenden Fluss. Mit der Unterstützung meines Mannes funktionierte das Leben im Camper trotz meiner Einschränkung ziemlich gut. Und in dem bequemen Bett habe ich wunderbar geschlafen.

Wenn es sehr warm ist, kann es im Camper natürlich auch heiß werden. Das war manchmal anstrengend. Wie viele Menschen mit MS macht mir das Uhthoff-Phänomen bisweilen zu schaffen – dann werden die Symptome spürbarer. Aber auch das hat mir die Reisefreude im Großen und Ganzen nicht getrübt und mit etwas Abkühlung zwischendurch konnte ich dem entgegenwirken.

Was ist das Uhthoff-Phänomen?

Mit dem Uhthoff-Phänomen wird eine vorübergehende Verschlimmerung von typischen Symptomen bei einer Multiplen Sklerose bezeichnet. Es tritt bei Hitze oder erhöhter Körpertemperatur auf. Auch die allgemeine Leistungsfähigkeit kann dann abnehmen. Das Uhthoff-Phänomen lässt sich mit Abkühlung wie einem erfrischenden Bad im Meer oder mit Sport in den Griff bekommen. Vom Uhthoff-Phänomen sind rund 80 % der Menschen mit Multipler Sklerose betroffen.

Camping mit dem MovingStar

Auf unserem Campingplatz in Mali Losinj hatten wir einen schönen Stellplatz mit Blick aufs Meer. Ein Asphaltweg führt im Halbrund um die wunderschöne Bucht. So konnte ich mit meinem MovingStar die ganze Bucht umfahren und den Blick aufs Meer genießen. An diesem Weg ganz in der Nähe gab es auch ein Restaurant mit Meerblick. Auf unserem Campingplatz waren Duschen und Toiletten für Rollstuhlfahrer vorhanden und sogar ein Badelift für die Erfrischung im kühlen Nass!

Es war sehr heiß für die Jahreszeit, meist 30 °C. Zum Glück gab es auf dem Campingplatz durch die dichten Pinienbäume viel Schatten, und unser Van war mit einer Markise ausgestattet. Trotzdem machten mir diese Temperaturen natürlich zu schaffen, deshalb verbrachten wir die heißen Mittagsstunden meist im Schatten direkt am Camper.

Immer eine schöne Abkühlung bringt ein Bad im Meer. Das Mittelmeer war zu der Zeit noch angenehm frisch und half dabei, den Körper etwas herunterzukühlen. Wir haben in Veli Losinj in die Rovenska-Bucht einen großen Betonsteg mit einer flach abfallenden Rampe gefunden. Ich bin mit meinem MovingStar dort ganz nah ans Wasser rangefahren und mein Mann hat mich dann ins glasklare Wasser getragen.

Ausflug zum Hafen

Mein Sohn Theo hatte in einem kleinen Seglerhafen in einem Nachbarort festgemacht, und wir unternahmen einen Ausflug dorthin. Es waren einige aus der Familie dabei, denn mein Sohn hatte gerade Besuch von seiner Cousine und ihrem Freund. In einem Restaurant am Hafen gab es eine Erfrischung und anschließend konnte ich mich auch äußerlich abkühlen. Die Erfrischung hat mir wirklich gutgetan, sodass ich den Tag gut überstanden habe. In einer familiären Strandbar haben wir mittags frittierte Calamari gegessen und dann ein wenig im Schatten einer alten Pinie entspannt.

Runter vom Sofa: Mit dem Camper und dem MovingStar nach Kroatien!

Mein Resümee: Es war es ein tolles Abenteuer, mit dem Rollstuhl und Verladen hat alles gut geklappt. Der MovingStar konnte problemlos verstaut werden und auf dem Beifahrersitz konnte ich komfortabel sitzen. Das Bett war bequem und ich konnte gut schlafen. Auch konnte mich mein Mann ohne Probleme in den Van rein- und rausheben. Das entschleunigte Reisen hat mir sehr gut gefallen – jederzeit anhalten können, in Etappen reisen und nicht schnellstmöglich zum Ziel zu gelangen. Denn auch die Zwischenstopps in Oberbayern und in den slowenischen Alpen fanden wir beide ganz wunderbar.

Vor Ort hat es mich überrascht, wie gut ich mit dem Rollstuhl unterwegs sein konnte – sowohl rund um die gesamte Cikat-Bucht, an der unser Campingplatz nahe der Silver Bay lag, als auch in Veli Losinj, wo mein Sohn sein Boot liegen hatte. Es gab überall breite, stufenlose und gut ausgebaute Wege, die das Fahren sehr angenehm gemacht haben. Auch der Cikat-Campingplatz war gut ausgestattet und verfügt über rollstuhlgerechte Duschen und WCs sowie einen Bade-Lifter zum Baden im Meer. In Mali Locinj an der Hafenpromenade gibt es ausreichend Behinderten-Parkplätze. So konnten wir hier schnell hinfahren und die Abendstimmung genießen.

Der Camper war ein Citroen Jumper, den wir uns von Hannes Camper geliehen hatten. Bei dem Verleih konnten wir all unsere Fragen loswerden und in Ruhe ausprobieren, ob der Camper für unsere Zwecke geeignet ist. Das war eine wirklich gute Erfahrung. Der Elektro-Rollstuhl ließ sich ganz einfach zusammenfalten und dann am Heck einladen. Es war dann immer noch genug Platz für alles, was man sonst so braucht: zwei Campingstühle und einen Camping-Tisch, Küchenbox, Badetasche und diverse andere Gegenstände.

In einer hügeligen Gegend wie der kroatischen Adria-Küste ist ein E-Rollstuhl von Vorteil – mit Handantrieb oder Schieben kann es hier schnell zu anstrengend werden. Für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, die im Camper Urlaub machen möchten, ist es wichtig zu wissen, dass sie eine Restgeh- und -Stehfähigkeit haben sollten.

Ich bin wirklich froh, dass ich mich mal wieder aus meiner Komfortzone gewagt habe und so viele neue, unvergessliche Eindrücke sammeln konnte.

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