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Was muss man beim Transport eines Elektro-Rollstuhls im Flugzeug beachten?

20. Juli 2026
Geschrieben von:
Fabian Kösters
Ältere Frau am Flughafen-Gate stützt Hand auf faltbaren Elektrorollstuhl, Flugzeug im Hintergrund sichtbar.

Das Wichtigste in Kürze

Elektro-Rollstühle müssen frühzeitig bei der Fluggesellschaft angemeldet werden; entscheidend sind Akkutyp und Kapazität.
Lithium-Ionen-Akkus bis 300 Wh sind zulässig. Geschützte Kontakte sind wichtig, Datenblatt und IATA-Zertifikat gehören ins Gepäck. Die Details können je nach Fluggesellschaft variieren.
Leichte, faltbare Modelle lassen sich einfacher transportieren. Empfindliche Teile schützen und den Zustand vor Abgabe fotografieren.

Einen Elektro-Rollstuhl im Flugzeug zu transportieren ist grundsätzlich möglich, erfordert aber eine sorgfältige Vorbereitung. Entscheidend ist vor allem der verbaute Akku: Lithium-Ionen-Akkus unterliegen strengen Luftfahrtvorschriften, die je nach Kapazität bestimmen, ob und wie der Rollstuhl mitgenommen werden darf. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um Vorschriften, Vorbereitung und die Wahl des richtigen Modells für Flugreisen.

Welche Vorschriften gelten für den Akku eines Elektro-Rollstuhls im Flugzeug?

Die Mitnahme eines Elektro-Rollstuhls im Flugzeug hängt maßgeblich von der Akkukapazität ab. Lithium-Ionen-Akkus bis 300 Wattstunden (Wh) sind in der Regel genehmigungsfähig, wenn die Fluggesellschaft vorab informiert wird. Akkus über 300 Wh sind auf Passagierflügen nicht erlaubt. Maßgeblich sind die IATA-Richtlinien, die für alle Fluggesellschaften gelten. Wie diese im Alltag umgesetzt werden, hängt von der jeweiligen Fluggesellschaft ab.

Die IATA (International Air Transport Association) legt internationale Standards für den Transport gefährlicher Güter fest, zu denen Lithium-Ionen-Akkus zählen. Konkret bedeutet das für Elektro-Rollstühle:

  • Zwei Akkus bis 160 Wh oder ein Akku bis 300 Wh dürfen in der Regel ohne besondere Genehmigung mitgenommen werden.
  • Akkus über 300 Wh sind auf Passagierflügen grundsätzlich nicht zugelassen.
  • Das IATA-Zertifikat zum jeweiligen Akku sollte mitgeführt werden. Dieses können Sie beim Hersteller des Elektro-Rollstuhls erhalten.

Zusätzlich muss der Akku in vielen Fällen vor dem Flug aus dem Rollstuhl entnommen und separat im Handgepäck transportiert werden. Eine IATA-Prüfung des Akkus bestätigt, dass dieser den internationalen Sicherheitsanforderungen entspricht. Wer einen Elektro-Rollstuhl mit IATA-geprüftem Akku besitzt, hat in der Regel eine deutlich reibungslosere Abfertigung.

Wie muss ein Elektro-Rollstuhl für den Flug vorbereitet werden?

Vor dem Abflug sind mehrere praktische Schritte notwendig, um den Elektro-Rollstuhl sicher und regelkonform zu transportieren. Dazu gehören die rechtzeitige Anmeldung bei der Fluggesellschaft, die Sicherung des Rollstuhls gegen Beschädigungen und das korrekte Handling des Akkus.

Eine gute Vorbereitung umfasst folgende Punkte:

  1. Frühzeitig anmelden: Informieren Sie die Fluggesellschaft mindestens 48 Stunden vor dem Abflug über Ihren Elektro-Rollstuhl. Viele Airlines haben spezifische Formulare oder Prozesse für Hilfsmittel mit Batterien.
  2. Akkukapazität dokumentieren: Halten Sie das Datenblatt des Akkus bereit, auf dem die Wattstunden-Angabe vermerkt ist. Führen Sie zusätzlich das IATA-Zertifikat mit.
  3. Akku entnehmen: Falls die Fluggesellschaft es verlangt, entnehmen Sie den Akku und transportieren Sie ihn im Handgepäck. Achten Sie darauf, die Pole gegen Kurzschluss zu schützen.
  4. Rollstuhl sichern: Faltbare Modelle sollten zusammengeklappt und wenn möglich in einer Schutzhülle oder einem Transportbeutel verstaut werden.
  5. Joystick und Steuerung schützen: Abnehmbare oder klappbare Joysticks sollten gesichert oder separat verpackt werden, um Beschädigungen zu vermeiden.

Planen Sie am Flughafen ausreichend Zeit ein. Die Abfertigung von Mobilitätshilfen dauert häufig länger als bei regulärem Gepäck.

Was passiert mit dem Elektro-Rollstuhl während des Fluges?

Elektro-Rollstühle werden während des Fluges im Frachtraum des Flugzeugs transportiert, nicht im Passagierbereich. Das Gepäckpersonal übernimmt den Rollstuhl in der Regel am Gate unmittelbar vor dem Einsteigen. Nach der Landung wird er in den meisten Fällen direkt am Gate zurückgegeben. Für den Transport zum Sitzplatz im Flugzeug steht, falls erforderlich, ein sogenannter Bordrollstuhl bereit, der durch den schmalen Gang zwischen den Sitzen passt.

Für Passagiere mit Mobilitätseinschränkungen bedeutet das: Zwischen dem Abgeben des Rollstuhls und dem Erhalt am Zielort sind Sie auf Flughafenrollstühle oder andere Hilfsmittel des Flughafens angewiesen. Es empfiehlt sich, das Bordpersonal vorab darüber zu informieren, dass Sie auf den Rollstuhl angewiesen sind, damit die Übergabe am Zielflughafen reibungslos funktioniert.

Leider kommt es gelegentlich vor, dass Elektro-Rollstühle im Frachtraum beschädigt werden. Um das Risiko zu minimieren, helfen folgende Maßnahmen:

  • Den Rollstuhl wenn möglich zusammenfalten, um ihn kompakter und stabiler zu machen.
  • Den Rollstuhl als wertvolles Hilfsmittel beim Check-in deklarieren, damit das Gepäckpersonal entsprechend sorgsam damit umgeht.
  • Fotos vom Zustand des Rollstuhls vor der Abgabe machen, um bei Schäden einen Nachweis zu haben.

Welche Fluggesellschaften erlauben Elektro-Rollstühle im Flugzeug?

Die Fluggesellschaften, wie etwa Lufthansa, Austrian Airlines, Swiss, Eurowings, Ryanair und TUI fly, erlauben den Transport von Elektro-Rollstühlen, solange der Akku die geltenden Kapazitätsgrenzen einhält und die Anmeldung rechtzeitig erfolgt. Die Umsetzung der Bedingungen variiert jedoch je nach Airline.

  • Anmeldefristen: Die meisten Fluggesellschaften verlangen eine Anmeldung mindestens 48 Stunden vor dem Flug, manche sogar früher.
  • Kostenregelungen: Der Transport von Mobilitätshilfen ist kostenlos, aber die genauen Bedingungen sollten vorab recherchiert werden.

Ein ärztliches Attest oder eine Bestätigung der Notwendigkeit einer Mobilitätshilfe ist nicht erforderlich! Die EU-Verordnung (EG) Nr. 1107/2006 verbietet es Airlines grundsätzlich, ärztliche Nachweise als Voraussetzung für den Kauf eines Flugscheins oder für Unterstützungsdienste zu verlangen. Für Flüge innerhalb der EU sowie alle Flüge mit einem Start- oder Zielort in einem EU-Land muss also keine Bestätigung der Mobilitätseinschränkung vorgelegt werden.

Es gilt: Immer direkt bei der jeweiligen Fluggesellschaft anfragen und die Zusage schriftlich einholen. Allgemeine Informationen auf Websites können veraltet sein, und im Zweifelsfall entscheidet das Personal am Flughafen bzw. der Kapitän des Flugzeugs.

Welcher Elektro-Rollstuhl ist am besten für Flugreisen geeignet?

Für Flugreisen eignen sich vor allem leichte, faltbare Elektro-Rollstühle mit einem IATA-zertifizierten Akku unterhalb der 300-Wh-Grenze. Entscheidend für einen einfachen Transport sind ein geringes Gewicht, ein kompaktes Packmaß im zusammengefalteten Zustand und ein Akku, der den internationalen Luftfahrtstandards entspricht.

Beim kostenlosen Testen eines Elektro-Rollstuhls lässt sich gut einschätzen, ob ein Modell auch für Reisen praktisch handhabbar ist. Worauf Sie bei der Wahl achten sollten:

  • Gewicht: Modelle unter 25 kg sind deutlich einfacher zu handhaben, wenn der Rollstuhl am Gate abgegeben oder umgeladen werden muss.
  • Faltbarkeit: Ein Rollstuhl, der sich schnell und ohne Werkzeug zusammenfalten lässt, spart Zeit und reduziert das Beschädigungsrisiko.
  • Reichweite: Eine ausreichende Akkureichweite am Zielort ist wichtig, da das Aufladen unterwegs nicht immer sofort möglich ist.

Mehr zum Thema: Interview mit Reiseexperte Dr. Jörg Winkelmann

Dr. Jörg Winkelmann und seine Frau Monika bereisen mit großer Leidenschaft die Welt. Durch seine langjährige Erfahrung als Nutzer eines Elektro-Rollstuhls kennt er die besonderen Herausforderungen des Reisens aus erster Hand. Auf ihren zahlreichen Touren hat er wertvolle Einblicke gewonnen – vor allem in die unterschiedlichen Vorgaben und Anforderungen der Fluggesellschaften.

Hier geht es zum Interview »

Wie MovingStar das Reisen mit Elektro-Rollstuhl erleichtert

Viele der Elektro-Rollstühle bei MovingStar eignen sich gut zum Verreisen mit dem Flugzeug. So etwa der MovingStar 101 SF ultra light, der vom vielreisenden Dr. Jörg Winkelmann verwendet wird. Auch der MovingStar AllinOne ist auf die Anforderungen einer Flugreise vorbereitet. Er vereint Elektro-Rollstuhl, Rollator und Schiebehilfe in einem Gerät, wiegt inklusive Akku nur 19,6 kg und lässt sich schnell und kompakt zusammenfalten. Der Akku ist IATA-geprüft und lässt sich herausnehmen, was die Mitnahme im Flugzeug erheblich vereinfacht. Zwei leise Elektromotoren mit je 250 W ermöglichen eine Reichweite von bis zu 20 km, sodass Sie auch am Zielort flexibel und unabhängig unterwegs sind.

Was wir Ihnen konkret bieten:

  • Ein faltbares, leichtes Modell mit IATA-zertifiziertem Akku für Flugreisen
  • Unterstützung bei der Beantragung von Krankenkassenzuschüssen
  • Persönliche Vorführung und individuelle Einweisung durch Fachpersonal in einem autorisierten Sanitätshaus in Ihrer Nähe
  • Persönliche Beratung zu allen Fragen rund um Reisen, Technik und Finanzierung

MovingStar liefert ausschließlich über eine auf Gefahrgut spezialisierte Spedition an autorisierte Sanitätshäuser. Dort wird jedes Gerät durch geschultes Fachpersonal individuell eingewiesen und angepasst. Wir vermitteln Sie gerne an das nächstgelegene Sanitätshaus, wo eine persönliche Vorführung stattfindet. Wir helfen Ihnen gerne dabei, die richtige Entscheidung zu treffen.

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