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Wie gut kommen Elektro-Rollstühle mit Bordsteinkanten zurecht?

21. Juli 2026
Geschrieben von:
Fabian Kösters
Zwei Zeichnungen, auf denen ein junger Mensch in einem Rollstuhl zu sehen ist. Auf dem linken Bild ist die Höhe des Bordsteins mit einem Pfeil mit 3 cm angegeben. Hier ist ein grüner Haken als Symbol zu sehen. Auf dem rechten Bild ist die Höhe des Bordsteins mit einem Pfeil mit 10 cm angegeben. Hier ist ein rotes X als Symbol zu sehen.

Das Wichtigste in Kürze

Bordsteine von 3-5 cm Höhe sind für die meisten Elektro-Rollstühle überwindbar. Beachten Sie aber unbedingt die individuellen Herstellerangaben.
Größere Räder, höhere Motorleistung und das gerade Anfahren des Bordsteins im 90°-Winkel erleichtern das sichere Überwinden. Am besten üben Sie das.
Bei zu hohen oder unsicheren Hindernissen kann eine mobile Rampe eine praktische und sichere Lösung sein.

Elektro-Rollstühle kommen mit Bordsteinkanten in der Regel gut zurecht, sofern die Hindernishöhe im Rahmen der Fahrzeugspezifikationen liegt. Die meisten Modelle bewältigen Kanten bis zu einer bestimmten Höhe selbstständig, abhängig von Radgröße, Motorleistung und Fahrgestell. Wie gut ein konkretes Gerät im Stadtverkehr funktioniert, hängt allerdings von mehreren technischen und fahrtechnischen Faktoren ab. Lesen Sie im Folgenden gern mehr dazu im Detail.

Welche Hindernishöhe können Elektro-Rollstühle typischerweise überwinden?

Die meisten Elektro-Rollstühle sind darauf ausgelegt, Hindernisse und Bordsteinkanten von 3 bis 5 Zentimetern zu überwinden. Dieser Wert variiert je nach Modell erheblich: Kompakte, faltbare Geräte liegen häufig im unteren Bereich, während robustere Modelle mit größeren Rädern auch etwas höhere Kanten meistern können. Der genaue Wert ist immer in den technischen Daten des jeweiligen Geräts angegeben.

In der Praxis bedeutet das: Standardbordsteine in deutschen Städten sind gesetzlich auf maximal 3 Zentimeter abgesenkt, wenn barrierefreie Übergänge vorhanden sind. Wo solche Absenkungen fehlen, können Kanten von 5 bis 15 Zentimetern auftreten, was für viele Elektro-Rollstühle eine echte Herausforderung darstellt. Deshalb ist es wichtig, dass Sie vor dem Kauf die Hindernisüberwindungshöhe des gewünschten Modells überprüfen und mit den typischen Gegebenheiten in Ihrer Umgebung abgleichen.

Wichtig ist auch: Die angegebene Hindernishöhe gilt unter idealen Bedingungen, also auf trockenem, hartem Untergrund und bei korrekter Fahrtechnik. Nässe, Schmutz oder ein ungünstiger Anfahrwinkel können die tatsächlich überwindbare Höhe spürbar reduzieren.

Wie beeinflusst die Radgröße das Überqueren von Bordsteinen?

Größere Räder verbessern die Fähigkeit eines Elektro-Rollstuhls, Bordsteinkanten zu überwinden, deutlich. Ein größerer Raddurchmesser ermöglicht es dem Rad, sich leichter über eine Kante zu rollen, weil der Auftreffwinkel flacher wird. Kleinere Räder hingegen stoßen stärker gegen eine Kante und erfordern mehr Kraft, um diese zu überwinden.

Konkret gilt: Ein Rad mit 20 Zentimetern Durchmesser überwindet dieselbe Kante mit weniger Widerstand als ein Rad mit 12 Zentimetern Durchmesser. Für den Elektro-Rollstuhl im Alltag bedeutet das, dass Modelle mit größeren Antriebsrädern in der Regel sicherer und komfortabler durch städtische Umgebungen navigieren. Gleichzeitig gehen größere Räder häufig mit einem schwereren und weniger kompakten Gesamtgerät einher, was beim Transport oder Verstauen im Auto relevant sein kann.

Neben dem Durchmesser spielt auch das Reifenprofil eine Rolle. Luftgefüllte Reifen bieten eine natürliche Dämpfung und können federn Stöße komfortabler abfedern. Vollgummireifen hingegen sind robust, wartungsarm und unempfindlich gegenüber Pannen. Entscheidend ist aber immer das Zusammenspiel aus Reifengröße, Reifenbeschaffenheit und der Konstruktion des Rollstuhls.

Welche Fahrtechnik hilft beim Überwinden von Bordsteinkanten?

Ob Sie Bordsteine sicher und erfolgreich überwinden, können Sie teilweise mit der richtigen Fahrtechnik steuern. Die wirksamste Methode ist, die Kante möglichst im rechten Winkel, also gerade und nicht schräg, anzufahren. Ein diagonaler Anfahrwinkel erhöht das Kipprisiko erheblich und verteilt die Kraft ungünstig auf nur ein Rad.

Folgende Grundregeln haben sich in der Praxis bewährt:

  • Gerade anfahren: Immer senkrecht zur Kante anrollen, nie schräg.
  • Schwung nutzen: Mit leicht erhöhter Geschwindigkeit auf die Kante zufahren, um genug Impuls zu haben, ohne dabei zu rasen.
  • Gleichmäßiger Druck: Den Joystick oder Steuerknüppel gleichmäßig gedrückt halten und nicht im letzten Moment zögern oder bremsen.
  • Rückwärts bergab: Bei höheren Kanten oder Stufen kann es sicherer sein, rückwärts herunterzufahren. Dadurch können Sie ein plötzliches Abkippen des Rollstuhls nach vorn vermeiden. Aber: Fahren Sie langsam und kontrolliert und beachten Sie stets die Angaben des Herstellers.

Es empfiehlt sich, diese Techniken zunächst an niedrigen Kanten und auf vertrautem Terrain zu üben, bevor man sich an höhere Hindernisse wagt. Viele Anbieter, darunter auch wir bei MovingStar, bieten kostenlose Probefahrten an, bei denen man genau solche Situationen in einem sicheren Rahmen ausprobieren kann.

Wann sollte man eine Rampe statt des direkten Auffahrens nutzen?

Eine Rampe ist sinnvoll, wenn die Bordsteinkante oder Stufe die Hindernisüberwindungshöhe des Elektro-Rollstuhls überschreitet oder wenn der Untergrund rutschig, uneben oder instabil ist. Grundsätzlich reicht Ihr Sicherheitsgefühl als Indikator aus: Wenn Sie sich nicht zutrauen, das Hindernis sicher zu überwinden, sollten Sie auf Nummer Sicher gehen.

Darüber hinaus gibt es Situationen, in denen eine Rampe die klar sicherere Wahl ist, unabhängig von der technischen Machbarkeit:

  • Bei Nässe oder Eis, wenn die Haftung der Räder eingeschränkt ist.
  • Wenn man allein unterwegs ist und keine Begleitperson im Notfall helfen kann.
  • Bei Stufen mit scharfen oder beschädigten Kanten, die die Reifen beschädigen könnten.
  • Wenn das Gerät schwer beladen ist, etwa mit Einkäufen oder Gepäck.

Es gibt portable Faltrampen aus leichtem Aluminium, die kompakt sind und sich im Elektro-Rollstuhl mitführen lassen. Wenn Sie regelmäßig auf Hindernisse treffen, kann eine solche Rampe eine praktische Ergänzung zur täglichen Ausrüstung sein. Bedenken Sie aber, dass das zusätzliche Gewicht sich auf die Reichweite Ihres Rollstuhls auswirkt.

Sind faltbare Elektro-Rollstühle schlechter bei Bordsteinen als starre Modelle?

Faltbare Elektro-Rollstühle schneiden bei Bordsteinkanten nicht zwangsläufig schlechter ab als starre Modelle, aber es gibt Unterschiede, die man kennen sollte. Starre Rahmen bieten in der Regel eine höhere Steifigkeit, was bei der Kraftübertragung auf die Räder beim Überfahren von Hindernissen vorteilhaft sein kann. Faltbare Modelle haben durch ihre Gelenke eine minimal erhöhte Flexibilität im Rahmen.

In der Praxis ist dieser Unterschied für den Alltagseinsatz auf Stadtstraßen jedoch oft weniger relevant als die Radgröße oder die Motorleistung. Moderne faltbare Elektro-Rollstühle sind so konstruiert, dass sie trotz kompaktem Design stabil und alltagstauglich sind. Entscheidend ist weniger die Bauweise als die konkreten technischen Daten: Hindernisüberwindungshöhe, Radgröße und Motorstärke sind die ausschlaggebenden Faktoren.

Der Vorteil faltbarer Modelle liegt klar in ihrer Transportfreundlichkeit: Sie lassen sich im Auto verstauen, ins Flugzeug mitnehmen und in engen Räumen parken. Wenn Sie also regelmäßig reisen und auf Stadtreisen oder im Alltag Bordsteine überqueren möchten, müssen Sie keinen Kompromiss eingehen. Ein gut konstruiertes faltbares Modell ist hier auf jeden Fall eine solide Wahl.

Welche Eigenschaften sind noch entscheidend für den Stadtverkehr?

Wenn Sie nach einem Elektro-Rollstuhl suchen, mit dem Sie die typischen Hindernisse in Großstädten überwinden können, sollten Sie auf eine Kombination dieser Merkmale setzen:

  • Motorleistung: Starke Motoren meistern Steigungen und Hindernisse leichter. Zwei Motoren mit je 200 W bieten eine gute Grundlage für den Alltag.
  • Wendigkeit: Ein kleiner Wendekreis ist in engen Gassen, Läden und öffentlichen Verkehrsmitteln unverzichtbar.
  • Hindernisüberwindungshöhe: Mindestens 5 cm sollten es für städtische Umgebungen sein, mehr ist besser.
  • Reichweite: Eine Reichweite von mindestens 15 bis 20 km pro Ladung ermöglicht ausgedehnte Ausflüge ohne Reichweitenangst.
  • Gewicht und Transportierbarkeit: Ein leichtes, faltbares Gerät erleichtert die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und den Transport im Auto.
  • Akkuzulassung: Wenn Sie auch mit dem Flugzeug reisen möchten, sollten Sie auf einen IATA-geprüften Akku achten.

Über die Krankenkassenförderung für Elektro-Rollstühle kann ein Teil der Kosten unter bestimmten Voraussetzungen erstattet werden, was die Wahl eines gut ausgestatteten Modells erleichtert. Besonders wichtig ist, dass eine medizinische Notwendigkeit für das Hilfsmittel besteht und dieses über eine Hilfsmittelnummer verfügt (wie z. B. der MovingStar 501). Mehr dazu erfahren Sie auf unserer Informationsseite zum Thema: Krankenkassenzuschuss beantragen.

Wie MovingStar Sie bei der Wahl des richtigen Elektro-Rollstuhls unterstützt

Die Wahl des richtigen Elektro-Rollstuhls ist eine sehr persönliche Entscheidung, da sie Ihren Alltag, Ihre gewohnten Wege und individuellen Bedürfnisse betrifft. Das nehmen wir sehr ernst und bieten Ihnen entsprechende Services an, die Ihnen bei der Auswahl helfen:

  • Kostenlose Probefahrten: Wenn Sie unsere Modelle vor dem Kauf im echten Alltag testen möchten, können Sie eine unverbindliche Probefahrt vereinbaren, auch auf typischen Stadtrouten mit Bordsteinen und Hindernissen.
  • Beratung zur Krankenkassenförderung: Wir helfen dabei, Zuschüsse zu beantragen und den bürokratischen Aufwand so gering wie möglich zu halten.
  • Zertifizierte Qualität: Unsere Produkte werden nach DIN EN ISO 13485:2016 entwickelt und erfüllen damit höchste Anforderungen an Sicherheit und Zuverlässigkeit als Medizinprodukt.
  • Fachhandel vor Ort: Moving Star liefert ausschließlich über eine auf Gefahrgut spezialisierte Spedition an autorisierte Sanitätshäuser. Interessierte werden an das nächstgelegene Sanitätshaus vermittelt, wo Fachpersonal das Gerät persönlich vorführt, individuell anpasst und eine fachkundige Einweisung durchführt.

Wenn Sie einen Elektro-Rollstuhl kostenlos testen möchten, bevor Sie eine Entscheidung treffen, sind Sie bei uns genau richtig. Sprechen Sie uns einfach an, wir begleiten Sie gerne auf dem Weg zu mehr Mobilität und Selbstständigkeit im Alltag.

Jetzt kostenlose Probefahrt vereinbaren
Wir sind für Sie von Mo-Fr von 8 Uhr bis 17:30 Uhr erreichbar.
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