Sitzen ist das neue Rauchen – diesen Satz kennt jeder, der im Büro arbeitet. Regelmäßiges Aufstehen, kleine Bewegungspausen und Positionswechsel werden als Gegenmaßnahme empfohlen. Was aber machen Menschen, die im Rollstuhl sitzen und dem nicht uneingeschränkt nachkommen können?
Kurz zusammengefasst:
Wie lange Sie im Rollstuhl sitzen dürfen, liegt (abhängig von Ihrer Einschränkung) nicht in Ihrer Hand. Die richtige Frage ist also vielmehr: Wie sitze ich richtig, um meinen Körper bestmöglich zu entlasten? Hierzu ist in erste Linie die Wahl eines Hilfsmittels wichtig, das Ihren individuellen Bedürfnissen und Ihrem Körperbau entspricht. Darüber hinaus können, wenn möglich, auch gymnastische Übungen im Rollstuhl hilfreich sein – wenn sie ärztlich abgesegnet sind.
Welche Folgen kann eine dauerhafte (falsche) Position haben?
Es gibt unterschiedliche Auswirkungen, die langes Sitzen (vor allem in ungesunder Position) zur Folge haben kann.
Mögliche Konsequenzen sind:
- Druckgeschwüre (Dekubitus)
- Rückenschmerzen
- Muskelverspannungen
- Muskelabbau/-verkürzung
- Steifheit der Gelenke
- Verdauungsprobleme
Nutzen Sie einen manuellen Rollstuhl, kann falsches Sitzen zudem zu einer ungünstigen Belastung der Schultern beim Antreiben der Räder beitragen.
Vorbeugende Maßnahmen bei langem Sitzen im Rollstuhl
Möglicherweise können Sie nicht selbst entscheiden, wie lange Sie täglich im Rollstuhl sitzen – es gibt aber andere Möglichkeiten, im Sinne Ihrer Gesundheit zu handeln.
- Wählen Sie den passenden Rollstuhl – und testen ihn vorab!
Hilfsmittel lassen sich heutzutage bequem von zu Hause aus bestellen. Aber: Auch noch so genaue Angaben zu Maßen und Funktionen sind keine Versicherung, dass der Rollstuhl Ihren individuellen Bedürfnissen entspricht. Verzichten Sie nicht auf eine Probefahrt und eine Beratung durch Fachpersonal, beispielsweise im Sanitätshaus.
- Sitzen Sie gerade und druckentlastend
Ihr Körpergewicht sollte sich gleichmäßig verteilen, sodass keine einzelnen Druckpunkte entstehen. Achten Sie zudem darauf, dass sie bequem aufrecht sitzen können – auch über längere Zeiträume.
- Wenn möglich: Verändern Sie Ihre Position
Entlasten Sie Ihren Körper, indem Sie für Positionswechsel sorgen – abhängig von Ihren Möglichkeiten selbstständig oder mit Hilfe. Schon eine leichte Veränderung kann unter anderem dabei helfen, Druckgeschwüren vorzubeugen und Ihre Durchblutung anzuregen.
- Gymnastikübungen im Rollstuhl
Bewegen Sie sich innerhalb Ihrer Möglichkeiten und führen nach Ihren Möglichkeiten Gymnastikübungen durch. Wenn Sie unsicher sind, besprechen Sie sich diesbezüglich vorab mit Ihrem behandelnden Arzt.
Lange im Rollstuhl sitzen – aber richtig!
Fachpersonen wissen genau, worauf es bei der Wahl eines neuen Rollstuhls ankommt. Mit geschultem Blick können sie bestmöglich einschätzen, ob Maße und Funktionen Ihren Bedürfnissen entsprechen.
Wir wissen: Es ist trotzdem beruhigend, selbst etwas Vorwissen mitzubringen, bevor man ein Hilfsmittel ausprobiert. Deshalb geben wir Ihnen ein paar richtungsweisende Tipps:
Sitzmerkmale:
- Sitztiefe: Die Oberschenkel sollten vollständig unterstützt werden, die Kniekehlen aber frei bleiben.
- Sitzbreite: Zwischen Oberschenkeln und Armlehnen sollte so viel Platz sein, dass keine Druckstellen entstehen – aber nicht so viel, dass sie instabil sitzen.
Lehnen:
- Rückenlehne: Die natürliche Krümmung der Wirbelsäule muss optimal unterstützt werden. Bei Bedarf ist eine zusätzliche Nackenunterstützung durch eine Kopfstütze sinnvoll.
- Fußstützen: Ihre Füße stehen flach auf den Stützen und Ihre Beine etwa in einem 90-Grad-Winkel.
- Armlehnen: Auch Ihre Arme sollten in einem 90-Grad-Winkel aufliegen können. Wichtig ist, dass Ihre Schultern dabei entspannt sind und nicht zu den Ohren gezogen werden.
Zubehöre:
- Bequemes Sitzkissen: Der Untergrund, auf dem Sie sitzen, sollte nicht zu dünn sein und Ihr Gewicht optimal verteilen.
- Individuelle Anpassungen: Je nach Behinderung gibt es entsprechende Funktionen, die Sie bestmöglich unterstützen. Das kann ein Dekubitus-Kissen sein, die Möglichkeit einer Rückenlehnenverstellung oder Ähnliches.
Der optimale Rollstuhl als wichtigster Lösungsansatz
Summa summarum ist die wichtige Frage weniger: „Wie lange darf man im Rollstuhl sitzen?“, sondern „Wie finde ich das perfekte Hilfsmittel, in dem ich richtig und gesund sitze.“
Die Antwort darauf ist sehr individuell und unter anderem abhängig von Ihren Bedürfnissen, Ihrer Einschränkung und Ihrer Statur.
Weil es so viel zu beachten gibt und ein falsches Sitzen sich auf Ihre Gesundheit auswirken kann, empfehlen wir Ihnen, sich ausführlich beraten zu lassen. Am besten fragen Sie im Sanitätshaus Ihres Vertrauens und lassen sich Tipps vom Fachpersonal geben.
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