Die meisten elektrisch betriebenen Rollstühle erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 6 km/h, das entspricht etwa einem normalen Fußgängertempo. Seltener gibt es auch schnellere Modelle – diese sind dann allerdings versicherungspflichtig.
Im normalen Alltag ist die Standardgeschwindigkeit von 6 km/h aber üblicherweise vollkommend ausreichend, um sicher und bequem ans Ziel zu kommen.
Alltagsbegleiter mit 6 km/h
Ein solcher Elektro-Rollstuhl ist optimal für den täglichen Einsatz: Ob zum Einkaufen, für Arztbesuche oder Spazierfahrten – das Tempo entspricht Schrittgeschwindigkeit und ist perfekt, um sicher von A nach B zu kommen.
Ein großer Vorteil: Um einen Elektro-Rollstuhl mit maximal 6 km/h fahren zu dürfen, benötigen Sie weder eine Fahrerlaubnis noch eine spezielle Versicherung. Dadurch gelten diese Modelle als Krankenfahrstühle, dürfen auf Gehwegen, in Fußgängerzonen und barrierefreien Innenräumen genutzt werden – und sie können von der Krankenkasse übernommen werden.
Übrigens: Im Rückwärtsgang fahren E-Rollstühle grundsätzlich langsamer (meist 3 km/h), um Sie und andere Personen nicht zu gefährden.
Schnellere Elektro-Rollstühle von 10-15 km/h
Weniger häufig sieht man Modelle, die schneller als Schrittgeschwindigkeit fahren. Meist handelt es sich dabei um Scooter, noch seltener aber sind es Elektro-Rollstühle mit diesem Tempo.
Allerdings gehen höhere Geschwindigkeiten auch mit gesetzlichen Anforderungen einher: Sie benötigen für diese Modelle eine Haftpflichtversicherung inklusive Versicherungskennzeichen und eine Betriebserlaubnis, die Sie üblicherweise beim Erwerb erhalten.
Fahren Sie auf dem Gehweg, müssen Sie Ihr Tempo auf 6 km/h drosseln, andernfalls müssen Sie auf der Straße fahren. Halten Sie sich hier grundsätzlich so weit wie möglich am Fahrbahnrand auf, damit Sie den Straßenverkehr nicht behindern und leicht überholt werden können. Sorgen Sie zudem dafür, dass Sie immer gut sichtbar sind.
Wichtig: Das Fahren auf Radwegen ist Ihnen mit einem Elektro-Rollstuhl grundsätzlich nicht erlaubt – egal bei welcher Geschwindigkeit.
Kann ich die Geschwindigkeit erhöhen?
Kurz und knapp: Sie sollten die Geschwindigkeit Ihres Elektro-Rollstuhls nicht erhöhen, indem Sie an der Technik herumwerkeln.
Eine ausführliche Erklärung dazu, was Sie an Ihrem Hilfsmittel ändern dürfen und was Sie lieber lassen sollten, erhalten Sie im Blogbeitrag: Elektro-Rollstuhl-Tuning: Darf man sein Hilfsmittel individuell anpassen?
Woher weiß ich, wie schnell mein Elektro-Rollstuhl fahren sollte?
Bei der Auswahl Ihres Hilfsmittels spielt die Schnelligkeit eigentlich eine zweitrangige Rolle. Genau genommen ist ein Elektro-Rollstuhl mit einer Höchstgeschwindigkeit von 6 km/h vollkommend ausreichend – und in der Regel auch die praktischste Wahl.
Denn: In der Innenstadt und sämtlichen Fußgängerbereichen müssen Sie Ihr Tempo ohnehin auf diese Schrittgeschwindigkeit drosseln. Auch ein Elektro-Rollstuhl für den Innenbereich sollte nicht schneller fahren, um ihn auch in engen Räumen noch sicher und zielgenau navigieren zu können.
Wenn ein Gerät schneller fährt, hat das oft mehr mit Vergnügen als Nutzen zu tun – es sei denn, Sie leben auf dem Land und müssen lange, monotone Strecken zurücklegen. In dem Fall kann ein Elektro-Rollstuhl für den Außenbereich mit schnelleren Geschwindigkeiten sinnvoll sein.
Wichtiger bei der Auswahl ist eigentlich die Reichweite, denn diese gibt an, wie weit Sie mit einer Akkuladung kommen. Und üblicherweise gilt: Je höher die Geschwindigkeit, desto mehr Energie benötigt der Motor – und desto schneller ist der Akku leer.
Schnelligkeit von Elektro-Rollstühlen im Überblick
| 6 km/h | 10-15 km/h | |
| Vorteile | keine Versicherung notwendig auf Gehwegen, Fußgängerwegen & Innenräumen erlaubt Kosten können von der Krankenkasse übernommen werden Sicher und gut zu händeln | schnellere Fortbewegung werden nicht von der Krankenkasse übernommen längere Strecken schneller zurücklegen |
| Nachteile | monotones Fahren bei sehr langen, geraden Strecken | Versicherung & Betriebserlaubnis notwendig meist höherer Anschaffungspreis |
| Geeignet | im Stadtbereich in Fußgängerzonen in Innenräumen | wenn längere, monotone Strecken schnell zurückgelegt werden müssen |



